Die Journalistin, Buchautorin und Content Creatorin erhält die Auszeichnung der Stiftung Erinnerung für eine zeitgemäße und lebendige Erinnerungskultur. Der Preis steht seit 2005 unter der Schirmherrschaft der Stadt Augsburg.
Unter der Schirmherrschaft der Stadt Augsburg verleiht die Stiftung Erinnerung den mit 25.000 Euro dotierten Marion-Samuel-Preis 2026 an die Content Creatorin und Journalistin Susanne Siegert. Die Verleihung mit Augsburgs neuem OB Dr. Florian Freund für geladene Gäste findet am Montag, 11. Mai, um 19 Uhr im Erinnerungs- und Lernort Halle 116 statt, wo die Preisträgerin in einem moderierten Podiumsgespräch von Prof. Dr. Christian Kuchler von der Universität Augsburg vorgestellt wird.
Mit dem Preis ehrt die Stiftung Erinnerung den Beitrag von Susanne Siegert zu »einer zeitgemäßen und lebendigen Erinnerungskultur, die sich insbesondere an die jüngere Generation richtet«. In ihren Kurzvideos auf Instagram [@keine.erinnerungskultur] und TikTok konfrontiert sie die Social Media-Community mit deutscher NS-Geschichte und erreicht mit ihrem Profil-Motto »was du in der Schule NICHT über Nazi Verbrechen lernst« hunderttausende Personen. 2024 wurde Siegert der Grimme-Online-Award verliehen, 2025 der Margot Friedländer Preis. Die 1992 geborene Autorin lebt in Leipzig. Ihr aktuelles Buch 📖 Gedenken neu Denken [Piper] wurde SPIEGEL-Bestseller.
Siegert klärt auf Instagram und TikTok über den Holocaust auf. Sie tue dies neugierig, emphatisch und zugleich schonungslos – Susanne Siegert deckt auf, erforscht, und stellt dabei die Frage, was Erinnerungskultur heute ausmacht. In einer Zeit, in der die Erinnerung an die deutsche NS-Geschichte zu verblassen droht, steuert die
Autorin und Aktivistin dagegen: Weg von Ritualen und dem distanzierten Blick
von außen, hin zum Konkreten und der eigenen Geschichte.
Susanne Siegert
Gedenken neu Denken. Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss.
Piper Verlag
Unsere Erinnerungskultur muss sich verändern. Wie und warum, legt Susanne Siegert in diesem Buch dar. Sie plädiert für eine pluralistische, neue Gedenkarbeit mit einem Schwerpunkt auf der Verantwortung der Nachfahren der Tätergeneration anstelle unserer „einstudierten“ gemeinsamen Rückschau mit den Opfern. Es geht um weniger bekannte NS-Verbrechen, um weniger bekannte Orte, um bisher vernachlässigte Opfergruppen. Gleichzeitig zeigt dieses Buch, wie wichtig eine aktivere, vielfältigere Gedenkkultur ist, um künftige Generationen auch ohne direkte Zeitzeugenberichte zu erreichen. ~ verlagstext
Erhältlich als:
📖 Buch
💻 eBook
🎧 Audio
Piper 2025
Paperback
240 Seiten, Klappbroschur
Format 13,6 x 21,5 cm
Preis: 18 € Print | 17,99 € eBook
EAN 978-3-492-06545-0
Der Marion-Samuel-Preis
Seit 1999 verleiht die Stiftung Erinnerung den Marion-Samuel-Preis an Personen, die sich um Erinnerungsarbeit verdient machen und dazu beitragen, dass Verbrechen wie in der Zeit des Nationalsozialismus nie wieder geschehen. Der Preis wurde bisher unter anderem an den Historiker Götz Aly, den Filmemacher Michael Verhoeven und den Musiker Wolf Biermann vergeben.
Marion Samuel war ein elfjähriges deutsch-jüdisches Mädchen, das 1943 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Bei der Namensgebung des Preises stand Marions Name stellvertretend für die vielen unbekannten Kinder, die während der Shoah getötet wurden. Durch die Recherchen des Preisträgers von 2003, Götz Aly, und dessen Biografie Eine von so vielen bekam Marion Samuel im Jahr 2004 ihr Gesicht und ihre Geschichte zurück. 2005 übernahm die Stadt Augsburg die Schirmherrschaft.
Mit der Preisverleihung wird zugleich die vierte Schotte des Erinnerungs- und Lernortes Halle 116 eröffnet, die künftig für Vorträge und Wechselausstellungen neben der Dauerausstellung genutzt werden soll. ⟴ pm • auxlit
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