Die Rieser Kulturtage 2026 warten auch mit Literatur und Buchkultur auf. Zum Rieser Dichter Friedrich Völklein gibt es einen Vortrag und Textvertonungen in Oettingen. Ein Vortrag in Reimlingen geht den Wilhelm Hauff und auch dessen Verbindungen zu Nördlingen nach. In Alerheim geht es um Spuren von Volksmagie im Ries: ein Vortrag über das geheimnisvolle Brauchbüchlein von Bühl.
Von 17. April bis 17. Mai 2026 gehen die Rieser Kulturtage. Über 100 Veranstaltungen bilden in Konzerten, Ausstellungen, Theater, Führungen und Workshops die kulturelle Vielfalt der Region ab. Dabei kommt auch die Literatur zum Zuge. U.a. gibt es hier zwischen Samstag, 25., bis Montag, 27. April, ein Hintereinander drei interessanter Veranstaltungen in Oettingen, Reimlingen und Alerheim.
Unter dem Motto »Aus Kinderaugen« bietet am Samstag, 25. April 2026 (19:30 Uhr) ein Abend im Evangelischen Gemeindehaus in OETTINGEN (Nördlinger Straße 5) eine Reise durch das Leben des Rieser Dichters Friedrich Völklein (1880 in Oettingen-Lehmingen geboren, 1960 in Nördlingen gestorben). Völklein ist vor allem als Heimatdichter bekannt, doch viele seiner Gedichte tragen allgemeine, philosophische Reflexionen über das Leben in sich. Sein Spätwerk wurde von Hermann Hesse ausdrücklich gelobt. Das Duo Annette und Alexander BeatBand bringt ausgewählte Gedichte als Lieder im Rock-/Pop-/Coutry-/Folk-Gewand zu Gehör. Kreisheimatpfleger Herbert Dettweiler (Lehmingen) ergänzt als Völklein-Experte das Programm durch einen Vortrag und passende Texte. Zusätzlich bietet eine kleine Ausstellung themenbezogener Bilder und Collagen von Annette Jungwirth-Heppner eine weitere künstlerische Auseinandersetzung mit dem Dichter.
Am Sonntag, 26. April 2026 (19 Uhr), ist in REIMLINGEN der Leiter des Cotta-Archivs im Deutschen Literaturarchiv Marbach, Prof. Dr. Helmuth Mojem, mit einem Vortrag zu Wilhelm Hauff (und dessen Beziehungen zu Nördlingen!) zu Gast. Veranstaltungsort ist die Kulturetage im Schloss (Schlossstrasse 1, 86756 Reimlingen). Wilhelm Hauffs Märchen kennt man auch heute noch, zumindest einige davon wie Das kalte Herz oder Der kleine Muck, wer aber ihr Autor war, unter welchen Umständen er lebte, was er sonst noch schrieb, das ist etwas in Vergessenheit geraten. Der Vortrag (mit Bildern) zeichnet Wilhelm Hauffs kurzes Leben nach – er wurde keine 25 Jahre alt –, und begleitet den biographischen Entwicklungsgang durch Auszüge aus seinen weithin unbekannten Briefen. Dabei kommen auch die anderen Werke Hauffs zur Sprache, ebenso die Zeitumstände unter denen er lebte und insbesondere seine Beziehungen zu Nördlingen.
Einen spannenden Vortrag gibt es am Montag, 27. April 2026 (19 Uhr) in der schönen Marienkirche (Am Kirchberg 6) in ALERHEIM. Im Jahr 1704 wurde in Bühl im Ries bei der Erneuerung eines Strohdaches ein Büchlein gefunden, das ein paar Jungen an sich genommen hatten. Im Gottesdienst blätterten sie heimlich darin und als der Pfarrer die Sache mitbekam, stellte sich heraus, dass es sich um ein verbotenes Brauchbüchlein mit Zauber- und Segenssprüchen handelte. Die Sache zog weite Kreise. Interessant ist, dass der ehemalige Besitzer Georg Faul in der Marienkirche Fresken mit christlichen Motiven in Auftrag gegeben hat. Der Bauforscher Ralf Rossmeissl, der im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim über Jahre zu volksmagischen Zeichen in und an historischen Gebäuden geforscht hat, berichtet darüber. ⟴ pm • martin schmidt • auxlit
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