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»Vergebung« schreiben ist Frieden und Geschichte schreiben

auxlitera präsentiert ★ Ein historischer Briefwechsel, der Wegweiser für Frieden und Versöhnung wurde – ihm gedenkt in Augsburg die Festveranstaltung »Europäisches Wunder?« mit Gesine Schwan, Bischof Bertram Meier und Robert Zurek. Gemeinsam mit der Antwort der deutschen Bischöfe ist der Brief für das UNESCO- Weltdokumentenerbe nominiert. Der polnisch-deutsche Briefdialog: ein Vorbild an konstruktiver Kraft für heutige Krisenzeiten.

Eine richtig gute Idee brauchen wir aktuell für Europa. Wie ein Schatten hängt der Krieg in der Ukraine auch über der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Das Bewusstsein, dass man auch nach einem eventuellen Ende des Überfalls Rußlands nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann ist da. Nur woher kommt diese Idee, die schließlich auch praxistauglich sein muss?

In Augsburg versucht eine hochkarätige Veranstaltung hier weiterzukommen: Der Vortragsabend mit Podiumsdiskussion und musikalischer Begleitung »Ein europäisches Wunder? Der polnisch-deutsche Bischofsbriefwechsel von 1965 als Wegweiser für Frieden und Versöhnung« lädt für Donnerstag, 23. Oktober 2025 (18.30 Uhr) im Haus Sankt Ulrich. Prominente Gäste sind Prof. Dr. Gesine Schwan, Bischof Dr. Bertram Meier und Dr. Robert Zurek.

Ab 17.30 Uhr stehen im Haus Sankt Ulrich Getränke und Knabbereien gegen eine Spende bereit. Um Anmeldung wird gebeten. Die Veranstaltung ist online als Livestream auf dem Youtube-Kanal der Katholischen Akademie in Bayern verfolgbar.

»Przebaczamy i prosimy o przebaczenie
– Wir vergeben und bitten um Vergebung«

Von links: Bischof Dr. Bertram Meier, Prof. Dr. Gesine Schwan und Dr. Robert Zurek.

Die europäische Geschichte und die Kirchen haben es schon einmal geschafft einen sehr konstruktiven und folgenreichen Prozess der Aussöhnung in Gang zu setzen. Im Zentrum dieser Aussöhnung steht der polnisch-deutsche Bischofsbriefwechsel vor 60 Jahren. Er war und ist ein Wegweiser für Frieden und Versöhnung. Gemeinsam mit der Antwort der deutschen Bischöfe ist der Brief für das UNESCO-Weltdokumentenerbe nominiert.

Frederic-Joachim Kaminski vom Akademischen Forum der Diözese Augsburg, der die festliche Veranstaltung zusammen mit Dr. Katharina Löffler von der Katholische Akademie in Bayern organisiert, beschreibt die Wirkungskraft des Bischofsbriefwechsels: »In vielerlei Hinsicht sprechen wir wohl über ein Vorbild an konstruktiver Kraft, die Glaube und Kirchen für eine friedvolle Welt entfalten können. Doch es ist ein Erbe, das nur dann Potential hat, wenn wir es weiter pflegen.«

Stefanie Schwan (Sopran) und Reinhard Kammler, Domkapellmeister a. D. (Klavier) • Fotos: Pressefreigaben durch Akademisches Forum

An dem Abend am Donnerstag, 23. Oktober, wird die Geschichte der kirchlichen Ost-Westfriedensarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg und ihre Bedeutung für Europa damals und heute vorgestellt von drei prominenten Festrednern: Prof. Dr, Gesine Schwan, ehem. Koordinatorin der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, Bischof Dr. Bertram Meier, der Covorsitzender der Kontaktgruppe der polnischen und deutschen Bischofskonferenz ist, und Dr. Robert Zurek aus Polen von der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung. Reinhard Kammler (Klavier) und Stefanie Mayer (Sopran) gestalten den Abend festlich musikalisch.

Denkmal in Breslau für Kardinal Bolesław Kominek mit Inschrift »Przebaczamy i prosimy o przebaczenie – Wir vergeben und bitten um Vergebung« • Foto von 2023 • CC BY-SA 4.0 • Foto: Aw58via Wikipedia.org

Der sogenannte Brief der polnischen Bischöfe von 1965, den besonders der Heilige Johannes Paul II noch als Kardinal und der Breslauer Kardinal Kominek verfasst haben, ist ein außergewöhnliches Zeugnis katholischer Friedensarbeit, die bis heute fortwirkt. Vor Jahrzehnten war dieser Brief, der dazu aufruft, den Hass des Krieges im Vertrauen auf Jesus Christus zu überwinden, ein Skandal. Heute nach dem Fall der Eisernen Vorhangs und der Wiedervereinigung Deutschlands hat sich gezeigt, wie prophetisch diese Botschaft war: Eine breite Bewegung Bewegung aus den Gemeinden, gemeinsam mit den Bischöfen, Papst Johannes Paul II. brachte über den Eisernen Vorhang hinweg Menschen zusammen, so nachdrücklich, dass schließlich auch die politischen Eliten aus Ost und West nachzogen.

Damals begann ein Weg der Versöhnung und Freundschaft, der Mut dazu macht, im Streben nach dem Frieden nie nachzulassen. Dieses Vorbild des polnisch-deutschen Briefwechsels nahmen dann auch 1990 die tschechischen Bischöfe zum Anlass, mit den deutschen Bischöfen einen Weg der Versöhnung und der gemeinsamen europäischen Zukunft in Frieden zu gestalten. pm • auxlit


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