Gastbeitrag ★ Frederic-Joachim Kaminski kuratiert zum 150. Geburtstag Thomas Manns eine hochkarätig besetzte Veranstaltung. Am 13. Mai befassen sich Thomas-Mann-Koryphäe Helmut Koopmann und Bestseller-Autor Hans Pleschinski mit dem Thema »Thomas Mann und seine Liebe zu Augsburg«. Für auxlitera gibt der Leiter des Akademischen Forum Augsburg einen ersten kleinen Einblick in die Verflechtungen des Literaturnobelpreisträgers mit Augsburg.
Ein Gastbeitrag von Frederic-Joachim Kaminski, Leiter des ► Akademischen Forums der Diözese Augsburg.
Eine meiner schönsten Leseerfahrungen der vergangenen Jahre ist die Königsallee, der Roman Hans Pleschinskis über Thomas Mann {Hardcover: Beck | Taschenbuch: dtv} . Zu meiner Freude hat Hans Pleschinski sofort als Referent für das Akademische Forum des Bistums Augsburg zur Veranstaltung ► »150 Jahre Thomas Mann – Erbe und Auftrag« (Dienstag, 13. Mai , 18.30 Uhr, im Haus Sankt Ulrich) zugesagt.
Schnell kam mir dann die Frage in den Sinn, ob der Literaturnobelpreisträger wohl jemals historisch nachvollziehbar Augsburg besucht hat? Nicht wenige Menschen, die sich grundsätzlich sehr gut mit der Stadtgeschichte auskennen, aber auch einige Thomas Mann Kenner zuckten ratlos mit den Schultern. Dabei liegt es ja sehr nahe, dass ein kulturell hochinteressierter Mensch, der Jahrzehnte in München gelebt hat, nicht an Augsburg vorbei konnte.
Wenn er je hier übernachtet haben sollte, dann kommt wohl nur das erste Haus am Platz, das ehemalige Grandhotel Drei Mohren in Frage. Und so fragte ich beim heutigen Maximilians an und hatte eine erste Spur. Ja, er hat dort nachweislich zweimal übernachtet, leider ohne einen ausführlichen Eintrag im Gästebuch zu hinterlassen. Wenn er über Nacht blieb, wer weiß, vielleicht gab es sogar eine Lesung, war der nächste Gedanke.
Mit freundlicher Unterstützung des Buddenbrookhauses in Lübeck und einigen Zeitungsarchiv-Recherchen bestätigte sich auch diese Vermutung. Aber noch mehr verbindet den »Zauberer« mit Augsburg, zum Beispiel ausgerechnet Bertolt Brecht, und er hat sogar einige sehr schmeichelhafte Zeilen über die Reichsstadt zu Papier gebracht… – dazu aber mehr am Dienstag, 13. Mai um 18.30 Uhr im Haus Sankt Ulrich (▼ siehe auch Infobox).
Augsburg und »der letzte Thomas Mann Forscher der alten Garde«
Zu erwähnen ist noch unbedingt, dass eine wichtige aktuelle Verbindung zwischen dem Großschriftsteller und Augsburg in der Person Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Koopmann besteht, der zusammen mit Hans Pleschinski am Abend referieren wird. Helmut Koopmann hat Jahrzehnte seines Lebens an der Universität Augsburg über Thomas Mann geforscht, seine Werke bereits zu Manns Lebzeiten gelesen und mehrfach Mitglieder der Familie Mann getroffen.
Schließlich ist ihm zu danken, dass die ➳ Sammlung Klaus W. und Ilsedore B. Jonas nach Augsburg gekommen ist (► auxlitera über die Online-Ausstellung). Die Sammlung enthält etwa 6500 Zeitungsartikel, Aufsätze, Sonderdrucke und Rezensionen zu Thomas Mann im Original oder in Kopie und stellt einen Schatz für die Thomas Mann Forschung dar.
Thomas Mann im Bildungsprogramm des katholischen Akademischen Forums
Und schließlich, warum musste Thomas Mann in das Bildungsprogramm des katholischen Akademischen Forums? Zum Akademischen Forum des Bistums Augsburg passt die Veranstaltung, da Thomas Manns Werk deutlich die Sehnsucht nach einem Gottesbezug und Vertrauen auf die Menschlichkeit zum Ausdruck bringt. Literatur trägt grundsätzlich unschätzbar viel zur Bildung des Menschen, im Sinn der Reifung bei, wie noch Papst Franziskus in seinem ► Brief über die Bedeutung der Literatur in der Bildung herausgestellt hat.
Thomas Manns Radiobeiträge aus dem Exil sind im Dritten Reich in die Arbeit der Widerstandsgruppe Weiße Rose eingegangen. Schließlich ist sein großes Interesse an gesellschaftlichen Randexistenzen, die er so würdevoll und empathisch in seinem Werk beschreibt, einfach von Interesse für eine Kirche, die »an den Rändern« wirken will. ⟴ Frederic-Joachim Kaminski, Akademisches Forum
★ auxlitera präsentiert:
Dienstag, 13. Mai | 18.30 – 20.45 Uhr | Haus Sankt Ulrich ➳ Kappelberg 1, 86150 Augsburg
150 JAHRE THOMAS MANN – ERBE UND AUFTRAG
Der Nobelpreisträger und seine Liebe zu Augsburg
Vortrag, Gespräch mit Bestseller-Autor Hans Pleschinski und Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Koopmann und Lesung. Grußwort: Jürgen Enninger.
6.- €, Schüler und Studenten frei | Anmeldung erbeten unter E-Mail ► akademisches-forum@bistum-augsburg.de
► Weitere Infos zur Veranstaltung
FREDERIC-JOACHIM KAMINSKI ist Leiter des Akademischen Forums der Diözese Augsburg. Der Alumnus der Studienstiftung hat Katholische Theologie und Allgemeine Rhetorik studiert.
Zuletzt hat er als bischöflicher Beauftragter im Bistum Rottenburg-Stuttgart für das internationale Projekt Friedensglocken für Europa gearbeitet, wofür er die Hedwigsmedaille des Bistums Ostrau-Troppau in Tschechien erhielt. Er ist Mitglied im päpstlichen Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem.
► bistum-augsburg.de/akademisches-Forum
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