Eine Ausstellung an der Universität Augsburg beschäftigt sich mit einem der ersten Rechtsbücher in deutscher Sprache, das erstmals in Augsburg gedruckt wurde. Bei der Eröffnung wird ein neues Buch zur Thematik des »Layenspiegels« präsentiert.
Der Neue Layenspiegel von Ulrich Tengler ist eines der ersten Rechtsbücher in deutscher Sprache, das erstmals 1509 in Augsburg gedruckt wurde, viele Auflagen erlebte und über 100 Jahre lang die Rechtsentwicklung im damaligen Heiligen Römischen Reich deutscher Nation maßgeblich beeinflusste. Der Layenspiegel diente vor Ort der Rechtsprechung sowie der Beilegung von Rechtsstreitigkeiten. Nun beschäftigt sich eine Ausstellung in der Schatzkammer der Zentralbibliothek der Universität Augsburg mit Tenglers Layenspiegel. Die Schau ist von Mittwoch, 30. April, bis 27. Juni 2025 zu sehen. (Montag – Freitag: 9 bis 19 Uhr, Samstag: 10 bis 14 Uhr).
Mit der Eröffnung am Dienstag, 29. April (18 Uhr). verbunden ist die Vorstellung des Buchs Der Neü Layenspiegel von Ulrich Tengler – das deutschsprachige Augsburger Rechtsbuch zwischen Mittelalter und Neuzeit Europas [Mohr Siebeck], hg. von Christoph Becker, Thomas M. J. Möllers und Klaus Wolf. Der Band dokumentiert die Beiträge der von den Herausgebern in Zusammenarbeit mit der Schwabenakademie Irsee im April 2024 veranstalteten Tagung.
► »Ulrich Tenglers Werk erschien erstmals im Jahre 1509 in Augsburg. Es spiegelt die Fülle des zeitgenössischen Rechts. Es schildert privatrechtliche ebenso wie strafrechtliche und öffentlich- rechtliche Materien. Quellen des Layenspiegels sind das römisch-gemeine Recht und das gemeine kanonische Recht sowie das Reichsrecht und das – in aller Regel nicht räumlich definierte – Partikularrecht.« – Christoph Becker
► »Der Layenspiegel Ulrich Tenglers steht in der Tradition volkssprachiger Rechtstexte wie etwa der Schwabenspiegel oder das Oberbayerische Landrecht Kaiser Ludwigs des Bayern. Zugleich ist der Layenspiegel Repräsentant der vielgerühmten Augsburger Druckersprache um 1500.« – Klaus Wolf
► »Der Layenspiegel wird als ‚didaktisch wie inhaltlich überragende[s] Buch‘ bezeichnet: Zu Recht, gibt er doch nicht nur das Recht der damaligen Zeit wieder, sondern schult den Nutzer auch mit einem Teufelsprozess. Man lernt so das Juristische Denken in der Dialektik des Gerichtsverfahrens, mit Argumentationsfiguren der Juristischen Methodenlehre und mit neuartigen, rechtsstaatlichen Prinzipen – in diesem Punkte ist der Layenspiegel des ausgehenden Mittelalters überraschend modern.« – Thomas M. J. Möllers
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