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Sommer der Dämonen

auxlitera-Wochentipp ★ Der tschechische Lyriker, Schriftsteller und Journalist Miloš Doležal liest in Augsburg aus seinem literarischen Mosaik tschechoslowakischer Nachkriegszeit. Die Lesung findet auf Tschechisch mit deutscher Übersetzung in Form einer Textprojektion statt.

Am Dienstag, 8. April (19 Uhr), ist der tschechische Autor Miloš Doležal mit seinem Roman Sommer der Dämonen in Augsburg zu Gast. Im Zeughaus (Kreuzerraum, Raum 118). 🇨🇿 🇩🇪 Die Lesung findet auf Tschechisch mit deutscher Übersetzung in Form einer Textprojektion statt. Es moderieren Dr. Zuzana Jürgens und Kathrin Janka. Eintritt: 7 €, 5 € ermäßigt.

Der Roman Sommer der Dämonen erschien als Léto běsů (2022) im Verlag Host.

Sommer der Dämonen ist der dritte Teil der geplanten Tetralogie des Autors. Reale Ereignisse in der Tschechoslowakei der Nachkriegszeit inspirierten diese Erzählungen über Gewaltbereitschaft, aber auch Menschlichkeit unabhängig von nationaler Zugehörigkeit. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, der Flieder duftet, aber die Welt wird nie mehr dieselbe sein. Die Ängste und Dämonen verschwinden nicht, nehmen nur eine andere Gestalt an. In seinen Erzählungen schildert Miloš Doležal Ereignisse und Schicksale aus dieser Zeit, wobei er sie durch seine Recherchen in einen breiteren Kontext setzt.

Die Protagonisten seiner »Dokumentarerzählungen«, wie er sie nennt, werden dadurch in den Voraussetzungen und Folgen ihres Handelns greifbar und nahbar. Die Tschechoslowaken freuen sich über die Freiheit und den Frieden, aber bewusst und unbewusst stecken sie den Kopf in die Schlinge der neuen Unruhen. Monate voller glücklicher Rückkehr, Neuanfänge, aber auch brutaler Repressalien, getarnter Kriegskarrieren, Selbstmorde und Enttäuschungen.

Das sensible und meisterhaft geschriebene Mosaik der direkten Nachkriegszeit ist zugleich auch ein Abriss der Zeit, die danach kam und die nur selten einen gerechten Umgang mit dem Unrecht fand.
Die Kapitulation des Deutschen Reiches im Mai 1945 ist nur politisch als Stunde Null zu bewerten, in der Alltagsgeschichte spricht man präziser von einem langsamen Abebben der Gewaltwelle des Zweiten Weltkriegs. Eine Revision dieser Zeit unter diesem Aspekt lohnt sich für die gesamte europäische Gesellschaft. Veranstalter der Lesung ist die Deutsch-Tschechische Gesellschaft Augsburg und Schwaben in Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein, München. ⟴ pm • auxlit

Miloš Doležal (geboren 1970) ist ein tschechischer Lyriker, Schriftsteller und Journalist, der sich vor allem in seinem publizistischen Werk den Schicksalen von vergessenen oder durch das kommunistische oder NS-Regime verfolgten Personen widmet. In Sudetenland (2023) erschien sein Porträt von Gertrude Urzidils mit dem Titel Hallo, hier niemand, nur ich. Sein Roman Sommer der Dämonen erschien als Léto běsů (2022) im Verlag Host.


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