Eine wissenschaftliche Tagung im Rahmen des Brechtfestivals 2025 fragt: Was heißt es kuratorisch, kulturwissenschaftlich und politisch, nach dem Motto »Brecht ohne Garantien« zu agieren? Termin: 21. und 22. Februar, Anmeldefrist: Do, 13. Februar 2025.
In Bertolt Brechts Werk wurde Die Große Methode zumeist als Chiffre für die marxistische Dialektik gelesen. Doch aus der Gegenwart betrachtet, erinnert sein Denken eher an Erneuerer wie Antonio Gramsci oder Stuart Hall als an Hegel. Denn für Brecht ist Die Große Methode nicht marxistisches Naturgesetz oder Philosophie des Fortschritts, sondern eine »praktische Lehre«: ein Werkzeug zur Erlangung von Handlungsfähigkeit unter sich stets verändernden Bedingungen.
Das Brecht‘sche Programm erscheint somit als »ohne Garantien« oder »ohne Gewähr« und als methodische Herausforderung: kuratorisch, künstlerisch, wissenschaftlich, praktisch, politisch. Diesem Themenkomplex will sich die wissenschaftliche Tagung »Brecht ohne Garantien« widmen. Sie findet am Freitag, 21., und Samstag, 22. Februar, im Café Tür an Tür in Augsburg statt. Eine ist Anmeldung bis Donnerstag, 13. Februar 2025 möglich unter ► https://www.globaldisconnect.org/registration/
Andere Gesellschaft, anderes Theater
Für das ► Brechtfestival (► TICKETS ► Anzeige) unter Julian Warners künstlerischen Leitung hieß dies seit dem ersten Tag: Wenn die Gesellschaft sich ändert, die Festivalbesucher und ihre tradierten Geschichten und Bräuche vielfältiger werden, die technologischen Mittel sich entwickeln und die materiellen Bedingungen sich verändern, so ändert sich zwangsläufig das Verständnis von Theater.
Dieser Erkenntnis trugen Festival und Publikum Rechnung, als eine Parade den Brecht-Teppich vom Goldenen Saal über die Ulrichsbrücke nach Lechhausen entführte, im Hochzeitssaal der Alevitischen Gemeinde Lokalpolitik in einen Wrestling-Kampf gewendet oder das ehemalige Lederle-Möbelhaus an der Langenmantelstraße in einen Kraftklub verwandelt wurde. Was heißt es kuratorisch, kulturwissenschaftlich und politisch, nach dem Motto »Brecht ohne Garantien« zu agieren? In Kooperation mit dem Käte Hamburger Kolleg global:disconnect der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturforschung (ISEK) der Universität Zürich. ⟴ pm • auxlit
✍️ ANMELDUNG bis Donnerstag, 13. Februar 2025, unter ► globaldisconnect.org/registration/
TAGUNGSPROGRAMM
Freitag, 21.2.2025
13.00 – 13.15 – EINFÜHRUNG von Moritz Ege und Julian Warner
13.15 – 14.45 – KEYNOTE von Alex Demirović
15.15 – 16.45 – BRECHT OHNE DIALEKTIK mit Alexander Gallas & Michael Hirsch
16.45 – 17.45 – ABENDESSEN
im Anschluss: gemeinsamer Besuch der Festivaleröffnung sowie dem Wrestlingspektakel „Kampf um die Stadt“ in Brechts Kraftklub. (Tickets erforderlich)
Samstag, 22.2.2025
10.15 – 11.45 – BRECHT OHNE PARTEI mit Manuela Bojadžijev & Raul Zelik
12.15 – 13.45 – BRECHT OHNE BRECHT mit Silke van Dyk & Julian Warner
13.45-14.45 – MITTAGESSEN
15.00-16.30 – OFFENE DISKUSSION
im Anschluss: gemeinsamer Besuch der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ oder der Brechtnacht. (Tickets erforderlich)
Konzept & Organisation: Julian Warner (Festivalkurator) & Moritz Ege (Professor für Populäre Kulturen / Empirische Kulturwissenschaft im Fokus der Alltagskulturen) ⟴ pm • auxlit
► Hier geht’s zum ganzen Programm des Brechtfestivals 2025!
► Hier gibt’s TICKETS für alle Programmpunkte! Werbung • eventim.de
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