Symposium in München: von Institutionsgeschichten und über Archive der Zukunft.
1924 begann der hauptamtliche Stadtbibliotheksdirektor Hans Ludwig Held (1885–1954) Handschriften berühmter Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu sammeln und legte damit den Grundstein für das heutige Literaturarchiv der ► Monacensia (🗺️ Maria-Theresia-Straße 23, 81675 München), das literarische Gedächtnis der Stadt München. Anlässlich des 100. Jubiläums lässt das Archiv nun die letzten 100 Jahre Revue passieren und lädt für Samstag, 30. November (16 bis 21.30 Uhr) zu einem Symposium ein. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.
Historische, politische und gesellschaftliche Kontexte spielen eine Rolle für die Sammlung und Vermittlung von Beständen. Auch Leiter und Mitarbeiter prägen den Aufbau und Erhalt von Archivgut entscheidend mit. Entsprechend wichtig ist es für Gedächtnisinstitutionen wie die Monacensia, kritisch die eigene Geschichte zu reflektieren und die Aufarbeitung transparent zu gestalten.
Die Monacensia setzt sich seit einigen Jahren bewusst mit der Frage auseinander, wessen literarisches Schaffen im Archiv gesammelt wird und beleuchtet die Lücken. Warum fehlen z.B. weibliche, queere, nicht-weiße und migrantische Perspektiven im Archiv und wie können die Lücken geschlossen werden? Und warum braucht eine diverse Gesellschaft eine diverse Erinnerungskultur?
Anlässlich des Jubiläums erforschen das Archiv im Rahmen eines Hausprojekts kritisch die Geschichte der Monacensia und stellt Erkenntnisse beim Symposium vor. Forscher und Wegbegleiter wurden eingeladen, ihre Perspektive zu erzählen. Außerdem wagt Monacensia einen Blick ins Archiv der Zukunft. ~ pm • monacensia • auxlit
– PROGRAMM –
16.00 Uhr:
Begrüßung Anton Biebl, Kulturreferent der Landeshauptstadt München
Es sprechen:
Anatol Regnier, Schriftsteller und Nachfahre der Familie Wedekind
Bülent Tulay, Verleger des Babel Verlages München
17.00 Uhr:
Die Institutionsgeschichte der Monacensia in den Jahren 1924–ca. 1980 – Thomas Schütte, Archivleiter der Monacensia
18.00 Uhr:
Impulsvorträge zur Provenienzforschung und zur Aufarbeitung der NS-Geschichte des Stadtmuseums München – Dr. Regina Prinz & Luisa Rupprich, Stadtmuseum München
19.00 Uhr:
Impulsvorträge zum Schließen von Lücken & Leerstellen in Archiven und in der Erinnerungskultur – Albert Knoll, Forum Queeres Archiv und Anton Löffelmeier, Stadtarchiv München
20.15 Uhr:
Das Archiv der Zukunft: Perspektiven für eine Erinnerungskultur der Vielen – Podiumsdiskussion
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