Die 21-Jährige erhält den Kunstförderpreis für Literatur der Stadt Augsburg. Empathisch, unprätentiös, klar – so das Urteil Jury zu Kliegls literarischer Sprache.
Gabriele Eva Kliegl erhält den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg 2024 in der Sparte Literatur. Die 21-jährige Autorin überzeugte die Jury mit ihrem Roman Tagebuch eines Regenschirms. Der heuer zum 65. mal verliehene Kunstförderpreis wird in den Sparten Literatur, Architektur, Ballett, Bildende Kunst, Design, Musik und Schauspiel vergeben. Neben einer Urkunde erhalten die Preisträgerinnen und Preisträger jeweils 3.000 Euro Preisgeld.
Die 2003 in Bremen geborene Autorin besteche in ihrem Roman Tagebuch eines Regenschirms durch eine stimmige Erzählhaltung und eine bemerkenswerte Eigenständigkeit, so die Jury, die auch die Aktualität des Themas – es geht um die Lebensgeschichte einer jungen Frau mit jüdischem Hintergrund im zeitlichen Umfeld des NS-Regimes – hervorhebt. »Die Autorin zieht die Leserinnen und Leser geradezu in ihren Bann und entfaltet dabei eine starke Empathie, die berührt. Besonders beeindruckend ist das gelungene Miteinander von innerer und äußerer Handlung, das dem Text Tiefe und Mehrdimensionalität verleiht.«
Ideenvielfalt und kluge Struktur
Die Ideenvielfalt der Autorin, so die Jury weiter, zeige sich in jedem Kapitel. Kliegls Sprache sei dabei niemals aufdringlich, sondern unprätentiös und klar. Formal überzeuge der Roman durch eine »transparente, durchkomponierte, Zeitverläufe und Zeitbrüche klug gestaltende Struktur«. Die Jury abschließend: »Dass die Autorin gerade einmal einundzwanzig Jahre alt ist, macht ihr Werk noch beeindruckender und überzeugte die Jury in der Sparte Literatur, die sie mit dem Kunstförderpreis in ihrer künstlerischen Arbeit bestärken möchte.«
Die öffentliche Preisverleihung ist am Donnerstag, 5. Dezember (19.30 Uhr) im Kleinen Goldenen Saal (Jesuitengasse 12) in Augsburg (Anmeldung bis 27.11. unter ► augsburg.de/kunstfoerderpreis2024).
GABRIELE EVA KLIEGL
Geboren am 20.05.2003 in Bremen, danach 2004 aufgewachsen in Augsburg. Hier ist sie u.a. ist seit 2021 Mitglied des theter ensemble und wirkte dort bisher als Regieassistenz und Dramaturgin sowie in Schauspielrollen mit, u.a. bei dem Sci-Fi Märchen Berti Brecht and the Multiverse of Alienation, das in Koproduktion mit dem Brechtfestival der Stadt Augsburg entstand.
► www.instagram.com/gabi.dunkel
Leichte Änderungen bei den Bewerbungsbedingungen
2024 waren erstmals auch Bewerbende eingeladen, die ihren Wohnsitz über einen durchgehenden Zeitraum von mindestens drei Jahren in Augsburg hatten und eine prägende Phase ihrer künstlerischen Entwicklung in der Stadt verbracht haben. Eine vor Jahren in Diskussion gebrachte Öffnung der Altersgrenze (39) nach oben in der mit vielen Spätstartern stets wachsenden Sparte Literatur fand weiterhin keinen Niederschlag. Formal zugelassen wurden in diesem Jahr für alle Sparten insgesamt 55 Einreichungen.
Die einzelnen Preisträgerinnen und Preisträger werden am Donnerstag, 5. Dezember, dem Saalpublikum in Filmporträts und Liveauftritten vorgestellt. Die gezeigten Filmbeiträge werden im Anschluss zusammen mit einer Broschüre über die Preisträgerinnen und Preisträger auf der
Homepage der Stadt Augsburg bereitgestellt. ⟴ pm • y3 • auxlit
ALLE PREISTRÄGERINNEN & PREISTRÄGER 2024
Den Kunstförderpreis 2024 erhalten: Lukas Glogger (Architektur), Emilia Elena Burghard (Ballett), Nad Otterbach (Bildende Kunst), Lara Busse (Design), Gabriele Eva Kliegl (Literatur), Stefan Steinemann (Musik /Vokal), Tilman Herpichböhm (Musik / Komposition) sowie Katja Blessing (Schauspiel).
Der vom Theaterfreunde Augsburg e.V. vergebene und mit 1.800 Euro dotierte Maureen-Denman-Preis (Ballett) geht an Lillian Heidenreich.
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