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Brecht und Döblin: eine produktive und unglückliche Beziehung

Prof. Dr. Helmuth Kiesel spricht im Brechthaus über die Beziehung zwischen Bertolt Brecht und Alfred Döblin.

Am Mittwoch, 5. Juni (18 Uhr), hält Prof. Dr. Helmuth Kiesel von der Universität Heidelberg einen Vortrag über die Beziehung zwischen Bertolt Brecht und Alfred Döblin: Bertolt Brecht und Alfred Döblin: eine produktive und unglückliche Beziehung, so der Titel des Vortrags. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Prof. h.c. Jürgen Hillesheim. Jürgen K. Enninger, Referent für Kultur, Welterbe und Sport der Stadt Augsburg, spricht ein Grußwort.

Bertolt Brecht und Alfred Döblin lernten sich in den Jahren nach 1925 kennen und gründeten einen Gesprächskreis, in dem Fragen einer zeitgemäßen Poetik erörtert wurden. In diesem Kreis entstand unter dem maßgeblichen Einfluss Döblins die Idee der „Episierung“ sowohl der erzählerischen als auch der dramatischen Darstellungsweise. Immer wieder kam es in den Jahren um 1929 zu produktiver Zusammenarbeit zwischen Brecht und Döblin. Danach kam es zu einer gewissen Entfremdung, weil Brecht – siehe Die Maßnahme (1930) – mit dem kommunistischen Weg der Weltverbesserung sympathisierte, während Döblin mit seiner Artikelserie Wissen und Verändern (1931) zum scharfen Kritiker des Sowjetkommunismus wurde.

Schmähgedicht und Ende der Freundschaft

Gleichwohl blieb es bei freundschaftlicher Sympathie, bis Brecht im kalifornischen Exil an Döblins 65. Geburtstag im August 1943 erfuhr, dass Döblin zum katholischen Glauben konvertiert war, und seiner Enttäuschung in einem grandiosen Schmähgedicht Ausdruck gab. Eine Fortsetzung der freundschaftlichen Kommunikation war danach nicht mehr möglich.

Der Dozent Helmuth Kiesel, geboren 1947, Professor Dr. phil., war von 1990 bis 2015 Inhaber eines Lehrstuhls für Geschichte der neueren deutschsprachigen Literatur am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg. pm · auxlit

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BUCHTIPP ZUR VERANSTALTUNG

Hellmuth Kiesel
Geschichte der literarischen Moderne.
Sprache, Ästhetik, Dichtung im zwanzigsten Jahrhundert.
C.H. Beck

Helmuth Kiesel entwickelt in seinem großen Werk einen umfassenden Begriff der literarischen Moderne: Er zeigt, wann sie entstand, wer sie prägte, was sie war und wie sie wirkte. Sein vorzüglich geschriebenes Buch hat die Qualitäten eines Standardwerkes.

»Unser höchstes Kunstideal ist nicht mehr die Antike, sondern die Moderne«, heißt es in der Programmschrift einer Berliner Literatenvereinigung Ende der 1880er Jahre. Helmuth Kiesel setzt bei dieser Proklamation einer neuen kulturellen Epoche an und erarbeitet aus prominenten Texten ein vielschichtiges Bild der literarischen Moderne. Er spannt einen großen Bogen vom Französischen Symbolismus und dem Berliner Naturalismus über das Junge Wien und die Dichtung der Futuristen, Expressionisten und Dadaisten bis hin zu den Autoren der Gruppe 47 und zur literarischen Postmoderne. Der Heidelberger Literaturwissenschaftler stellt die Entfaltung des Begriffs der Moderne dar und erläutert an Texten von Charles Baudelaire, James Joyce, Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke oder Franz Kafka die grundlegenden Aspekte der klassisch gewordenen Epoche: experimenteller Umgang mit Form und Inhalt, Sprachkritik und ein neues dichterisches Sprachbewußtsein sowie vielfältige avantgardistische Strömungen.

An den Hauptwerken Alfred Döblins, Bertolt Brechts und Gottfried Benns erläutert Helmuth Kiesel in brillanter Weise, wie die Veränderungen und Erneuerungen der epischen, dramatischen und lyrischen Gattungen die Epoche der literarischen Moderne entscheidend geprägt haben.

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• Mittwoch, 5. Juni | 18 Uhr | Brechthaus Augsburg, Auf dem Rain 7, 86152 Augsburg

Karten: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro – erhältlich im Brechthaus, Tel. 0821. 45 40 815.

Alle Veranstaltungen im Brechthaus Augsburg unter www.brechthaus-augsburg.de und im auxlitera-Veranstaltungskalender.


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