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Es ist Zeit für Courage.

Mit einer großen Neuinszenierung des Klassikers »Mutter Courage und ihre Kinder« wird am Freitag, 23. Februar, das Brechtfestival 2024 eröffnet. Die spartenübergreifende Eigenproduktion des Staatstheater Augsburg wird nach dem Festival in das Repertoire des Hauses übernommen.

Das Staatstheater Augsburg eröffnet das Brechtfestival 2024 (23. Februar bis 3. März 2024) am Freitag, 23. Februar (19.30 Uhr), mit einem Klassiker: Brechts Mutter Courage und ihre Kinder, unter der Regie von David Ortmann, leitender Regisseur am Augsburger Staatstheater.

In seiner Inszenierung wird die überzeitliche Aktualität des Stoffs im Angesicht eines neuen Krieges in Europa erschreckend bewusst. Unter Mitwirkung der bekannten, gehörlosen Schauspielerin Anne Zander in der Rolle der Kattrin macht das Schauspiel-Ensemble in großer Besetzung zusammen mit den Augsburger Philharmonikern (Leitung: Stefan Leibold, Musik: Paul Dessau) Bertolt Brechts Klassiker zu einem Theaterereignis, bei dem Kostüm- und Bühnenbild (Ursula Bergmann & Jürgen Lier) aus dem Vollen schöpfen. Die Rolle der Mutter Courage übernimmt Ute Fiedler, langjähriges Ensemble-Mitglied am Schauspiel des Staatstheater Augsburg.

Krieg – die Katastrophe schlechthin

Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges schrieb Brecht 1938/39 zusammen mit Margarete Steffin in nur wenigen Wochen seine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg, demjenigen Krieg also, der bis dahin als die Katastrophe schlechthin gegolten hatte: als Zusammenbruch jeglicher Zivilisation, umfassender und zerstörerischer als alles, was man sich bis zu den Kriegen der Neuzeit auszudenken vermochte, der »Krieg aller Kriege«.

Brecht zeigt in Mutter Courage und ihre Kinder ungeschönt den Alltag derjenigen, die den Krieg aus nächster Nähe erleben und sich durch ihn über Wasser zu halten versuchen: Händlerinnen mit ihren Kindern, Söldner und Köche, die den Heeren im Tross folgen, entwurzelt und heimatlos. Doch der Krieg – so zeigt auch die Geschichte der im Zentrum der Handlung stehenden Marketenderin Anna Fierling – kennt keine Gewinner. Durch die entmenschlichte Welt des Dreißigjährigen Krieges reist sie als »Mutter Courage« von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz. Der einzige Garant für das Überleben ihrer Familie ist ihr Geschäftssinn – komme, was da wolle. Ihr Vorhaben, sich und ihre drei Kinder unbeschadet durch die Katastrophe zu bringen und trotzdem ein Auskommen mit dem Krieg zu finden, muss angesichts des allumfassenden Grauens scheitern.

Zuletzt mit Christel Peschke 1995 in Augsburg

Seit der Uraufführung 1941 in Zürich entwickelte sich die Courage zur Paraderolle von Schauspiel-Ikonen wie Therese Giehse oder Helene Weigel. Brechts eigene Inszenierung am Deutschen Theater 1949 blieb über Jahrzehnte hinweg verbindliches Modell. In Augsburg, der Geburtsstadt Bertolt Brechts, war Mutter Courage und ihre Kinder zuletzt 1995/96 am damaligen Theater Augsburg mit Christel Peschke († 2020) in der Hauptrolle zu sehen. Im Bewusstsein der langen Tradition will das Inszenierungs-Team um David Ortmann kreativ mit dem großen Stoff umgehen und couragiert eigene Akzente setzen. ~ [pm/auxlit]


FEATURES, ANGEBOTE & VERMITTLUNGSVERANSTALTUNGEN:

Die der Figur Kattrin zugeordneten Texte und die Kommunikation mit ihrer Familie und den weiteren Figuren bestehen aus Elementen verschiedener Formen von Gebärdensprache, die auch im Hinblick auf den historischen Kontext in der Inszenierung verwendet werden. Mitverantwortlich für die Übersetzung ist der renommierte Gebärdensprach-Experte Stefan Goldschmidt, der auch den Probenprozess als sog. »Deaf Eye«, als aufmerksamer Beobachter von außen, begleitet.

• Bei allen Vorstellungen kommen Übertitel in deutscher Schriftsprache zum Einsatz, wodurch sich nicht nur die gebärdensprachlichen Elemente auf der Bühne dem hörenden Publikum erschließen, sondern auch die lautsprachlichen Teile für nicht- oder schwerhörende Zuschauer:innen zugänglich gemacht werden.

• Ausgewählte Vorstellungen (19.4. & 23.5.24) werden durch eine Simultan-Verdolmetschung in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) von Christiane Schuller und Johannes Nagler für das DGS-kompetente Publikum übersetzt.

• Die vom Theater selbst entwickelten »Untertitel für die Hosentasche« kommen bei allen Vorstellungen zum Einsatz. So kann der Text auf Deutsch und Englisch sowie den Brechtfestival-Sprachen Türkisch und Russisch bequem auf dem eigenen Smartphone mitgelesen werden.

• Am Dienstag, den 6.2. gibt die »Werkstatt« mit Probenbesuch einen exklusiven Vorab-Einblick in die Inszenierung (Treppenfoyer martini-Park, Beginn 18 Uhr, Eintritt 6 Euro).

• Bei der Theaterpredigt »Ein Wort zum Sonntag« spricht am 25.2. Freifrau Elisabeth von Hammerstein, Autorin von »Ein Westfälischer Frieden für den Nahen Osten?« und Referentin im Leitungsstab (Reden und Texte) des Bundesministeriums der Verteidigung (Kirche St. Anna, 16 Uhr, Eintritt frei).


»Mutter Courage und ihre Kinder«
Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg von Bertolt Brecht
martini-Park (Staatstheater Augsburg)

Premiere | Freitag 23. Februar, 19:30 Uhr
18.30 Uhr Festivaleröffnung
19.00 Uhr Einführung

Sonntag, 3. März, 18.00 Uhr
Einführung: 17.30 Uhr

• Anschließend Übernahme ins Repertoire beim Staatstheater Augsburg (siehe auxlitera-Veranstaltungskalender)


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