Mit Molières »Der Menschenfeind« zeigt das Staatstheater Augsburg eines der berühmtesten Werke der französischen Bühnen-Literatur. Nach über 90 Regie-Arbeiten ist es für Staatsintendant André Bücker der erste Molière.
Nach über 90 Regie-Arbeiten ist es für Staatsintendant André Bücker der erste Molière: Mit dem Schauspiel-Klassiker Der Menschenfeind, der am Freitag, 1. Dezember, in der brechtbühne im Gaswerk Premiere feiert (19.30 Uhr), zeigt das Staatstheater Augsburg eines der berühmtesten Werke der französischen Bühnen-Literatur. Wie schon zu Molières Zeiten versteht sich der Abend dabei als Spiegel des Zeitgeists und wird in André Bückers Inszenierung konsequent in die Gegenwart unserer Mediengesellschaft weitergedacht: In einer mehr auf Schein als Sein fixierten Gruppe von Partygästen ringt der »Menschenfeind« Alceste (gespielt von Kai Windhövel) um Wahrhaftigkeit und seine Liebe zu Célimène (Mirjana Milosavljević).
In einer großen Produktion mit mondäner Ausstattung (Bühne & Kostüme: Imme Kachel) bieten die neun Darsteller*innen des Schauspiel-Ensembles zusammen mit Live-DJ Lilijan Waworka reichlich Identifkationsfläche für heutiges Publikum. Denn auch wenn die Figuren des Stücks bereits Ende des 17. Jahrhunderts von Molière geschaffen wurden (Uraufführung 1666 in Paris), wirken ihre zwischenmenschlichen Themen und Konflikte erstaunlich gegenwärtig. Im leidenschaftlichen Spiel werden in diesem Ensemble-Stück die ganz großen Gefühle auf der Bühne verhandelt – inklusive komödiantischer Verstrickungen im Stil der klassischen französischen Komödie.
Social-Network-Molière
Zusätzlich zum Bühnenstück bietet das Staatstheater mit seinem von der Digitalsparte programmierten Sozialen Netzwerk »Molusk« (ein Wortspiel aus Molière und Musk) einen parallelen, von der Inszenierung unabhängigen Erzählstrang im Netz: Bereits seit Mitte Oktober posten und kommentieren auf ► www.molusk.de die Protangonist*innen des Stücks in Interaktion mit dem interessierten Publikum und erweitern so den Bühnenraum um eine digitale Dimension. ~ [pm/auxlit]
Alle Termine im ► 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂-Veranstaltungskalender und auf ► www.staatstheater-augsburg.de
📚 ► Literatur- und Medienliste in der Stadtbücherei Augsburg
Besetzung:
Alceste – Kai Windhövel
Philinte – Paul Langemann
Célimène – Mirjana Milosavljević
Oronte – Klaus Müller
Éliante – Mirjam Birkl
Acaste – Patrick Rupar
Clitandre – Thomas Prazak
Arsinoé – Katja Sieder
Basque / Dubois – Sebastian Müller-Stahl
Inszenierung + Technik:
Inszenierung: André Bücker
Bühne & Kostüme: Imme Kachel
Texte social network: Andreas Hillger
Musik: Lilijan Waworka
Licht: Moritz Fettinger
Live-Musiker: Lilijan Waworka
Dramaturgie: Sabeth Braun
Über MOLIÈRES »DER MENSCHENFEIND«
Der Menschenfeind, im Französischen Le Misanthrope, wurde 1666 mit dem Autor selbst in der Rolle des Alceste in Paris uraufgeführt. Das Stück zählt bis heute zu den erfolgreichsten Stücken Molières und gilt als Klassiker der französischen Komödie. Alceste fühlt sich als Außenseiter, hasst und belächelt die Gesellschaft, der er angehört und die er dennoch nicht ertragen kann. Er liebt Célimène, die scheinbar eine beträchtliche Anzahl an Liebhabern um sich versammelt. Er ringt um ihre Liebe – allem voran aber auch um die kompromisslose Wahrheit in einer Welt voller Sein und Schein.
Am Augsburger Staatstheater inszeniert Intendant André Bücker Molières berühmtes Schauspiel in einer Übersetzung von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens als andauernde Party in der Welt von heute, in der sich die Wirklichkeit immer wieder mit Instagram und Co. messen muss und die Wahrheit als dehnbarer Begriff ausgelegt wird. Mit dem eigens für die Inszenierung geschaffenen Sozialen Netzwerk »Molusk« wird der Bühnenraum um eine digitale Dimension erweitert.
Über die Idee hinter »MOLUSK«:
»Die Komödie ›Der Menschenfeind‹ von Molière wurde 1666 uraufgeführt. Bei der Lektüre ist man erstaunt, wie wenig sich die Menschen und ihre Verhaltensweisen seitdem geändert haben. Nur wird heute nur noch selten per Brief kommuniziert, sondern Posts in den Sozialen Medien bestimmen und verändern bisweilen unsere Wahrnehmung und die Beziehungen untereinander«, so Staatsintendant André Bücker bei der Vorstellung des Inszenierungskonzepts. Die Idee für ein eigenes Soziales Netzwerk, das die Möglichkeit bietet, den Stoff in die Gegenwart zu übertragen, war geboren.
In einem aufwändigen Prozess hat die hauseigene Digitalsparte des Staatstheater Augsburg unter Federführung von Programmierer Benjamin Seuffert gemeinsam mit Jan-Pieter Fuhr schließlich eine eigene Plattform zur Kommunikation und Interaktion im Netz geschaffen: »Molusk«, ein augenzwinkerndes Wortspiel aus Molière und Musk. Und damit nicht genug: »Molières Stück ist tempo- und geistreich und macht auch aufgrund seiner großartigen pointierten Sprache in Reimen unglaublich Spaß«, führt André Bücker weiter aus.
Warum also nicht ein Soziales Netzwerk erschaffen, in dem nur in Reimform kommuniziert werden darf? Die Texte für die im Stück auftretenden Figuren, die auf http://www.molusk.de zum Leben erweckt werden, hat Autor Andreas Hillger verfasst und gereimt. Sollten User:innen z.B. in Kommentaren nicht in Reimform schreiben, kann der gepostete Text von einer KI in gereimte Verse transformiert werden. »Ich bin gespannt auf die kreative Mitwirkung der Molusk-Community und freue mich auf die aus dem Netzwerk entstehenden Anregungen«, so Regisseur André Bücker.
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