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Unter Wittelsbacher Obhut

Wirkteppich (Tapisserie), Wolle, Seide, Metallfäden; Otto von Wittelsbach erhält den Kommandostab (freigestellt), Otto von Wittelsbach-Folge, II; Künstler/Entwurf: Peter Candid; 1614-17; Inv.-Nr.: BSV.WA0326, WAF (!); Landshut, Burg Trausnitz und Umgriff, Raum 024, Burggebäude

Im Osten Bayerisch-Schwabens, in Aichach, liegen die Wurzeln der Wittelsbacher. Ein neues Buch stellt erstmals die wechselhafte Geschichte des Auf- und Ausbaus der Stiftung Wittelsbacher Ausgleichsfond vor.

Zahlreiche historische Orte in und um Aichach erzählen noch heute vom berühmten Adelsgeschlecht der Wittelsbacher – der Landkreis Aichach-Friedberg trägt nicht umsonst auch den Namen Wittelsbacher Land. In Aichach-Oberwittelsbach zeugen Mauerreste ihrer Stammburg von ihnen. 700 Jahre war das Adelsgeschlecht in Bayern an der Macht. Bis November 2023 erzählt davon auch die aktuelle Ausstellung im Aichacher Zeughaus, Aichach – Wiege der Wittelsbacher.

Ein neues, 400-seitiges Buch stellt nun erstmals die Geschichte des so genannten Wittelsbacher Ausgleichfonds dar. Der Band Der Wittelsbacher Ausgleichsfond – die wechselvolle Geschichte von der Gründung bis in die Gegenwart (Verlag Friedrich Pustet) erzählt von 100 Jahre Bewahrung von Kunst und Tradition in Bayern, ermöglicht durch die Stiftung. Der umfangreiche Text-Bild-Band wurde herausgegeben von Prof. Dr. Dieter Weiß und Dr. Markus Müller vom Institut für Bayerische Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Kunst- und Architekturschätze

Die Herausgeber und zahlreiche weitere renommierte Autoren werfen einen Blick aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven auf die wechselvolle Geschichte des Wittelbacher Ausgleichsfonds (WAF), die ihm überantworteten Kunst- und Architekturschätze, und seine Leistung für die Bewahrung dieses Teils der kulturellen Identität des Freistaats Bayern für künftige Generationen.

Der WAF wurde durch den Bayerischen Landtag vor 100 Jahren, am 9. März 1923, per Gesetz ins Leben gerufen. Der Fonds wurde als Instrument des Ausgleichs der gegenseitigen Vermögensinteressen des Freistaats Bayern und des vormaligen Bayerischen Königshauses gegründet. Seither bewahrt der WAF die ihm überantworteten Schlösser und Kunstsammlungen und macht diese der Öffentlichkeit in allen sieben Regierungsbezirken Bayerns zugänglich. Die Stiftungskonstruktion ist ihrer Natur nach so angelegt, dass die unersetzlichen Kunstschätze des früher regierenden Hauses Wittelsbach unabhängig von den wechselvollen Zeitläuften und politischen Veränderungen bewahrt werden. ~ [pm/auxlit]


Im Buch werden erstmals die wechselhafte Geschichte des Auf- und Ausbaus dieser Stiftung, ihre rechtlichen Grundlagen sowie ökonomische Aspekte von der Gründung bis in die Gegenwart dargestellt. Ein zweiter Teil im Buch widmet sich dem Kunst- und Kulturbesitz, insbesondere den umfangreichen Beständen des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, die sich in verschiedenen staatlichen Museen befinden.

Nach langen Verhandlungen verabschiedete der Bayerische Landtag im März 1923 das Gesetz über die Errichtung des Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Dieses regelt den Ausgleich zwischen dem Haus Wittelsbach und dem Freistaat Bayern, der den Rechtsanspruch des ehemaligen Königshauses auf Entschädigungen für verlorenes Hausvermögen anerkannt hatte. Zugleich waren beide Seiten daran interessiert, die umfangreichen, unermesslich wertvollen Kunstsammlungen der Wittelsbacher dauerhaft für die Öffentlichkeit zu sichern.

Aus privaten Mitteln des Hauses Wittelsbach erworben, waren diese bereits vor 1918 zum größten Teil in den staatlichen Museen ausgestellt, wo sie bis heute zum Kern der Sammlungen zählen. Gemeinsam schloss man ein Übereinkommen: Der Staat schuf den Wittelsbacher Ausgleichsfonds, eine Stiftung des öffentlichen Rechts, als Träger und Verwalter von Schlössern, Kunstsammlungen, Immobilien, Land und Forst sowie Kapitalvermögen. Dabei wurden zwei Stiftungszwecke definiert: Zum einen sorgt der Wittelsbacher Ausgleichsfonds für die dauerhafte Bewahrung der Kunstschätze für die Öffentlichkeit, zum anderen erwirtschaftet er Erträge, um die Versorgung der Familienmitglieder zu gewährleisten.


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Seit seiner Gründung 1923 unterhält der WAF Kunst- und Kultureinrichtungen, die bei Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt auf großes Interesse stoßen. Er finanziert sich ausschließlich aus dem eigenen Stiftungsvermögen ohne zusätzliche Zahlungen aus dem bayerischen Staatshaushalt. Die Überschüsse seiner Tätigkeit dienen der Versorgung der Angehörigen des Hauses Wittelsbach, als Ausgleich für den seinerzeitigen Vermögensverzicht der Familie Wittelsbach für den Verlust ihres Hausguts nach Beendigung der Monarchie.

Zum wichtigsten Stiftungsbesitz zählen die umfangreichen und wertvollen Kunstsammlungen, die der Öffentlichkeit überwiegend in staatlichen Museen und Sammlungen dauerhaft unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Daneben sind die Schlösser Berchtesgaden und Hohenschwangau, das dort ansässige Museum der bayerischen Könige sowie die Grablegen der Wittelsbacher in den Münchner Kirchen St. Michael und St. Kajetan hervorzuheben. Neben diesen historischen Stätten, die zu den identitätsstiftenden Kulturschätzen Bayerns gehören, unterhält der WAF in nennenswertem Umfang land- und forstwirtschaftliche Flächen, Immobilien und Finanzanlagen sowie am Standort Hohenschwangau auch eine Reihe von Tourismusdienstleistungen.

Weitere Informationen unter www.waf-bayern.de


Markus C. Müller & Dieter J. Weiß (Hrsg.): Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds. 1923 bis 2023 – von der Gründung bis in die Gegenwart.
Gebunden, 400 Seiten
Pustet Verlag 2023
ISBN/EAN: 9783791733852


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