Die Anthologie »Butzagägaler« versammelt Mundartlyrik aus Bayerisch-Schwaben: vom Ries bis zum Allgäu, von der Iller bis zum Lech. Es ist die erste umfassende Anthologie seit knapp 50 Jahren.
Die Wiege der deutschen Mundartdichtung stand in Bayerisch-Schwaben: 1714 kommt in Weißenhorn Sebastian Sailer zur Welt, dessen Schwäbische Schöpfung 1783 erstmals und im bewussten Gegensatz zur Standardsprache in schwäbischer Mundart gedruckt wurde. Viele folgten ihm nach; bis heute gibt es in Bayerisch-Schwaben eine aktive Autorengemeinde – die meisten sind jedoch, trotz zahlreicher Einzelveröffentlichungen, kaum oder nur in engen lokalen Grenzen bekannt; auch Sammelveröffentlichungen sind selten und ebenfalls nur lokal verbreitet.
Der Band Butzagägaler. Mundartlyrik in Bayerisch-Schwaben: Vom Ries bis zum Allgäu, von der Iller zum Lech (Verlag Friedrich Pustet) stellt die erste umfassende Anthologie seit knapp 50 Jahren dar. Er versammelt über 200 Autorinnen und Autoren aus allen Regionen Bayerisch-Schwabens und über 500 Gedichte zu den verschiedensten Themen, viele davon bislang unveröffentlicht. Damit wird nicht nur wertvolles Kulturgut vor dem Vergessen bewahrt, sondern vor allem das einzigartige mundartlich-lyrische Schaffen in Bayerisch-Schwaben eindrucksvoll dokumentiert.
50 Jahre Recherche und Sammlung
Ausgewählt und zusammengestellt hat die Gedichte Lothar Bidmon. Der Mediziner, geboren 1953, ist seit über 50 Jahren der Mundart Bayerisch-Schwabens als Sammler, Bibliograf und Autor eng verbunden. Seine nun veröffentlichte aktuelle Sammlung ist eine Weiterführung von Adolf Layers 1977 erschienener Anthologie Biera und Zelta. Schwäbische Mundartgedichte aus 2 Jahrhunderten (Anton H. Konrad Verlag). Butzagägaler setzt zeitlich dort an, wo jene Sammlung aufhört.
Bidmon trug 50 Jahre lang Mundartbücher aus Bayerisch-Schwaben zu einer Sammlung zusammen, legte eine bibliografische Liste an und betrieb eine aufwendige Recherche nach unbekannten Autorinnen und Autoren, Kontaktdaten und mehr. Die Sammlung Butzagägaler will kein Hausbuch sein, das Perlen (bayerisch-)schwäbischer Lyrik aneinanderreiht, sondern, so macht Bidmon in seinem Vorwort deutlich, eher ein Archiv, dass die Spielarten der lyrischen Arbeiten in Bayerisch-Schwaben vereint zugänglich macht. Dennoch ist die Sammlung nach Themenkreisen, nicht nach Regionen bzw. Dialekten geordnet.
Reich an Infoquellen
Das Verzeichnis der Autorinnen und Autoren bildet ein weiteres qualitatives Schwergewicht des Bandes: Hervorragend recherchiert und zusammengetragen, werden hier die Dichterinnen und Dichter in Kurzbiografien vorgestellt, mit Bibliografien und Seitenangaben, wo im Butzagägaler Gedichte von ihnen zu finden und nachzulesen sind. Eine reiche Infoquelle für alle am Thema Interessierten bilden die Literaturhinweise und die Angabe wichtiger Quellen. Der Band wird ergänzt um eine alphabetische Liste der Gedichttitel und Gedichtanfänge sowie einem Ortsverzeichnis von A wie Achstetten bis Z wie Zusmarshausen.
Der Band erscheint in der Reihe Editio Bavarica (XI), die Schriftenreihe wird betreut von Prof. Dr. Klaus Wolf (Universität Augsburg, Literaturschloss Edelstetten). Das Geleitwort im Buch stammt von Prof. Dr. Hans Frei, 1970 bis 1987 Bezirksheimatpfleger und von 1988 bis 2003 Museumsdirektor des Bezirks Schwaben. ~ [pm/auxlit/msc]
► Blick ins Buch
✍️ LOTHAR BIDMON
Geb. 1953, Dipl.-Volkswirt und Arzt für Allgemeinmedizin, ist Sammler von Grafiken und Büchern zum Thema Bayerisch-Schwaben mit Schwerpunkt Lyrik (Mundart und Schriftsprache).
Lothar Bidmon (Hrsg.): Butzagägaler. Mundartlyrik in Bayerisch-Schwaben: Vom Ries bis zum Allgäu, von der Iller zum Lech
Hardcover, 544 Seiten
Verlag Friedrich Pustet 2023 – Reihe Editio Bavarica
ISBN: 9783791733913
Hier auxlitera-Newsletter abonnieren:
Sie erhalten etwa je Woche 1 E-Mail mit einem Nachrichtenüberblick.
Sie können diese Benachrichtung jederzeit abbestellen.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben oder für andere Zwecke verwendet. Unsere Datenschutz-Erklärung finden Sie ► hier.

