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Mystischer Dialog

Uraufführung: Die Königsbrunner Autorin Veronika Raila übertrug die älteste erhaltene deutschsprachige Briefsammlung in eine Szenische Lesung: die mystischen Dialoge von Margareta Ebner und Heinrich von Nördlingen. Zur Sprache hat die Autorin als körperbehinderte Autistin eine ganz eigene Beziehung.

Grab von Margareta Ebner. Foto: gemeinfrei

Die Schriftstellerin Veronika Raila, Studentin an der Universität Augsburg, formte aus dem Briefwechsel der Mystikerin Margareta Ebner mit ihrem Beichtvater Heinrich von Nördlingen aus dem 14. Jahrhundert eine Szenische Lesung. Sie wird am Sonntag, 13. Oktober, um 14 Uhr in der Grablegekapelle der seligen Margaretha Ebner im Kloster Medingen bei Mödingen (Landkreis Dillingen) uraufgeführt. Dabei zu erleben ist die Schauspielerin Gabriele Welker. Die musikalische Umrahmung mit Musik des 14. Jahrhunderts übernimmt die Sängerin Sabine Lutzenberger. Der Eintritt ist frei.

Die mystischen Dialoge von Margareta Ebner mit ihrem Beichtvater Heinrich von Nördlingen (* ca. 1310, † um 1379) rühren dabei auch an brisante politische Fragen, so zum Beispiel um die Auseinandersetzung zwischen Kaiser Ludwig dem Bayern und den Päpsten in Avignon. Bei dem Schriftwechsel handelt sich um die älteste erhaltene deutschsprachige Briefsammlung. Heinrich wirkte nach 1330 als Weltpriester u. a. in den Klöstern Oberschönenfeld, Niederschönenfeld und Zimmern sowie bei den Dominikanerinnen in Maria Medingen. Hier lernte er die Nonne Margareta Ebner (* um 1291 in Donauwörth, † 1351 in Mödingen) kennen.

Dialog durch das Schreiben

Veronika Raila • Foto: privat

Die Inszenierung steht unter dem Motto Kunst meets Inklusion. Ein einmaliges Erlebnis für alle Literaturliebhaber. Die Autorin Veronika Raila ist körperbehinderte Autistin. Die Germanistik- und Theologie-Studentin beschreibt ihre Situation und Herangehensweise: »Ohne zu sprechen habe ich die Sprache gelernt, ohne zu laufen gehe ich durch die Literatur, ohne zu singen nehme ich Melodien in mich auf und verwandle sie zu Texten«.

Raila, geboren 1992 in Augsburg, kürzte ihre Schulkarriere erfolgreich ab, um an der Universität Augsburg Neuere Deutsche Literatur und katholische Theologie zu studieren. Die Autorin, die auch Prosa und Lyrik schreibt, wohnt in Königsbrunn.
www.veronika-raila.de

Entstanden ist das Railas Stück in Zusammenarbeit mit Lukas Makarios Grunwald, Promovierender am Zentrum für Mittelalter- und Renaissancestudien (ZMR) München. Beide haben zusammen die Briefe vom Mittelhochdeutschen ins moderne Deutsch übertragen. Betreut wurde das Projekt von Prof. Dr. Klaus Wolf, Professor für Deutsche Literatur und Sprache in Bayern an der Universität Augsburg. ⟴ pm • auxlit

Die Veranstaltung wird gefördert vom Bezirk Schwaben, Bezirkstagspräsident Martin Sailer spricht ein Grußwort. Im Anschluss an Szenische Lesung und Musik wird zu einem Umtrunk eingeladen.  Ein Film, der die Veranstaltung dokumentiert, wird an der Universität künftig für Lehrzwecke eingesetzt.


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